Hinsbeck. Seit dem Jahre 1992 führt der VVV Hinsbeck im „Künstlerdorf Hinsbeck“ alle fünf Jahre ein Kunstsymposium durch. Für das diesjährige sechste Symposium bot sich als Thema die weltweite Flucht- und Vertreibungsproblematik an.

Zum Motto „Kunst verbindet – vor dem Hintergrund von Flucht und Vertreibung“ ermittelten der Vorstand, einige Künstler und die Jahreshauptversammlung des VVV im Frühjahr ein Werk des international bekannten syrischen Künstlers Ibrahim Alawad, dass wieder vor Ort im öffentlichen Raum vom Künstler hergestellt wird. Nach wie vor ist die Finanzierung schwierig.
Der 1960 in Damaskus geborene Ibrahim Alawad ist einer der bekanntesten Maler und Bildhauer Syriens. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Damaskus sowie von 1989 bis 1992 Kunst- und Baugeschichte in Aachen, daher spricht er perfekt deutsch. Es folgten zahlreiche Ausstellungen unter anderem in Syrien und Deutschland. Daneben war er Teilnehmer am 3. Internationalen Symposium für Basaltbildhauerei in Swayda/Syrien sowie an anderen internationalen Symposien für Holzbildhauerei und Porzellan, darunter auch in Brienz/Schweiz. Von 1996 bis 2014 führte er das Atelier Arabesk der bildenden Künste für Kinder in Damaskus, zudem lehrte er Bildhauerei am Technischen Institut der Künste in Damaskus. 2011 gründete er seine eigene Galerie und verkaufte mehr als 200 Werke in Europa, den USA und Kanada. Doch als Christ war er in seiner südsyrischen Heimat immer mehr den Anfeindungen und Drohungen der IS ausgesetzt. Daher floh er 2015 mit Frau und zwei Kindern nach Aachen. Sein Haus in Damaskus, sein Atelier und wohl auch die meisten dort lagernden Kunstwerke wurden im Bürgerkrieg zerstört.
In seinem für das Hinsbecker Symposium vorgestellten Modell will der Künstler nach eigener Beschreibung ausdrücken, „dass die Musik die Weltsprache ist, die uns alle, seit es Menschen gibt, innerlich und geistig verbindet“. Das Werk besteht aus einer eckigen Basaltsäule mit Musiknoten, ein Hinweis auf die 9. Symphonie von Beethoven mit der Strophe: „Deine Zauber binden wieder was die Mode streng geteilt; alle Menschen werden Brüder wo dein sanfter Flügel weilt.“ Daneben sieht man ein Musikinstrument und eine Mensch-Andeutung, wie sie voneinander in Harmonie komponieren.
Inzwischen liegt der 0,5 x 0,6 x 2,5 Meter große und rund 2,2 Tonnen schwere Basaltblock aus Plaidt/Eifel im Hinsbecker Friedenspark. Der Künstler wird am 6. August anreisen und einen Tag später mit der Arbeit beginnen. Zum Kennenlernen bietet der VVV allen Nachbarn und Interessierten am Donnerstag, 10. August ab 18 Uhr ein lockeres Treffen mit dem Künstler in gemütlicher Runde. Eine Woche später, am Donnerstag, 17. August, lädt der VVV alle Sponsoren um 18 Uhr zu einem Gespräch ein. Am Dienstag, 22. August veranstaltet der VVV einen Bürgertreff am neuen Kunstwerk, wo jeder die Fortschritte feststellen kann. Geplant ist, dass der Künstler am Freitag, 25. August seine Arbeit fertiggestellt hat. Die Eröffnung ist nach dem Schützenfest terminiert und wird als kleines Fest am Sonntag, 3. September um 11 Uhr stattfinden. Der VVV hofft auf reges Interesse der Bevölkerung während der Herstellungsphase und natürlich zur Eröffnung.
(hk | 13.07.2017)



