Gelungener Saisonstart im Textilmuseum „Die Scheune“

Gelungener Saisonstart im Textilmuseum „Die Scheune“: Ausstellung „Brettchenweben, verdrehte Fäden – schöne Bänder“

Gelungener Saisonstart im Textilmuseum „Die Scheune“

Mit mehr als 60 Besucherinnen und Besuchern ist das Textilmuseum „Die Scheune“ in Hinsbeck-Hombergen in die Saison 2026 gestartet. Zum Auftakt hatte das Team um Leiterin Ursula Tillmann-Salge in der Scheune des historischen Gebäudes „Alt-Kämpgen“ die Ausstellung „Brettchenweben, verdrehte Fäden – schöne Bänder“ vorbereitet. Im Mittelpunkt stehen kunstvoll gewebte Bänder und Gewebeabschlusskanten der Künstlerin Birgit Höffmann.

Schon in ihrer Einführung machte Ursula Tillmann-Salge deutlich, dass es hier um weit mehr geht als um schmale Stoffstreifen. „Was ist ein Band?“, fragte sie das Publikum – und lieferte gleich die passende Antwort: „Ein Band ist relativ schmal und in der Länge unbegrenzt.“ Mit Blick auf Birgit Höffmann ergänzte sie augenzwinkernd: „Ein Band ist relativ schmal und in der Menge unbegrenzt.“ Tatsächlich zeigt die Ausstellung mehr als 1000 unterschiedliche Muster.

Birgit Höffmann entdeckte ihre Leidenschaft für das Weben vor rund 30 Jahren, als sie sich in einen Webstuhl verliebte. Neben ihrem Beruf als Lehrerin absolvierte sie eine Ausbildung zur Weberin – und widmete sich von da an mit großer Begeisterung vor allem einem: Bändern. Entstanden ist eine beeindruckende Vielfalt an Mustern, Farben und Techniken.

Die Bandweberei zählt zu den ältesten textilen Techniken überhaupt. Eine besonders faszinierende Form ist das Brettchenweben, auch Kartenweben genannt. Dabei werden Karten mit Löchern an den Ecken verwendet, durch die die Kettfäden geführt werden. Durch das Drehen dieser Karten entstehen die typischen Verdrehungen der Fäden und damit die charakteristischen Muster. Der Schussfaden fixiert das Ganze und sorgt dafür, dass stabile, strapazierfähige Bänder entstehen – etwa für Gürtel, Borten oder Leinen. Heute bestehen die Karten meist aus festem Karton, früher nutzte man dafür unter anderem Holz, Horn oder Elfenbein.

Die Technik selbst ist Jahrtausende alt und war in weiten Teilen der „alten Welt“ bekannt. Archäologische Funde belegen das eindrucksvoll: So wurden frühe gewebte Bänder unter anderem in den Salzbergwerken von Hallstatt in Österreich, im Fürstengrab von Hochdorf bei Stuttgart und im berühmten Oseberg-Schiffsgrab der Wikinger in Norwegen entdeckt. Viele dieser historischen Vorbilder hat Birgit Höffmann nachgewebt – und genau das macht die Ausstellung so spannend: Sie verbindet textile Geschichte mit lebendiger Handwerkskunst.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, findet alle Termine im Veranstaltungskalender.

Foto: Heinz Koch

Christian
Author: Christian

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