Hinsbecker Ehrenmal

Hinsbecker Ehrenmal

Hinsbecker Ehrenmal im heutigen Friedenspark

Das Hinsbecker Ehrenmal im heutigen Friedenspark erinnert an die Toten und Leidtragenden der Weltkriege. Die Planungen begannen kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Aus Hinsbeck zogen damals 365 Männer in den Krieg; in den überlieferten Darstellungen ist von 62 beziehungsweise 70 Gefallenen die Rede, hinzu kommen elf Männer, die später an den Kriegsfolgen starben. 1926 wurden die Pläne konkreter, und nach längeren Diskussionen über den Standort entschied man sich für den Platz vor der damaligen Mädchenschule.

Eingeweiht wurde das Ehrenmal am 25. September 1927 nach Plänen von Josef Brüx und ausgeführt von Jakob Vermaseren unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Hinsbecker Vereine. Die Anlage war großzügig angelegt und architektonisch auf die dahinterstehende Schule abgestimmt. Eine lange Mauer mit breiter Treppe grenzte das Gelände zur Straße ab, das Denkmal selbst erhob sich als markanter, rund fünf Meter hoher Baukörper. Seine Gestaltung verband religiöse Symbolik mit dem Gedenken an die Gefallenen. Schon bei der Einweihung wurde betont, das Kriegerehrenmal zugleich als Friedensdenkmal zu verstehen.

Hinsbecker Ehrenmal
Das Hinsbecker Ehrenmal

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Umgang mit solchen Erinnerungsorten. 1964 wurde das Denkmal nach Plänen des Hinsbecker Kunstgewerblers Harry Dolch umgestaltet. Die ursprüngliche Gestaltung verschwand dabei weitgehend: Das Äußere wurde geglättet, die Namenstafeln entfernt, der Adler auf der Spitze abgenommen und eine neue Inschrift angebracht: „Die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft mahnen zum Frieden“. Ein Satz, der auch heute noch an Aktualität nicht zu überbieten ist. Seit dieser Zeit trägt die Anlage den Namen Friedenspark.

Eine wichtige neue Phase begann 2007: Zum 100-jährigen Bestehen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Hinsbeck ließ der VVV das inzwischen baufällig gewordene Denkmal umfassend renovieren. Dabei wurde es äußerlich wieder stärker an den Zustand von 1927 angenähert — mit rotem Klinker, hellen Steinplatten und einem Adler mit angelegten Flügeln auf der Spitze. Das restaurierte Ehrenmal wurde am 24. Juni 2007 unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Vereine neu eingeweiht.

Später wurde der Friedenspark weiter ergänzt, unter anderem durch die „Galerie der Kanzler der Bonner Republik“ und 2015 durch das Euthanasie-Denkmal, eine Stele zur Erinnerung an die Euthanasie-Opfer 1936-45.

Bildnachweis: Christian Breitgoff