Büsten von Erhard und Kiesinger im Friedenspark Hinsbeck
Büsten von Erhard und Kiesinger | 17.09.2001 | Mit der Enthüllung der Bronzebüsten von Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger wurde der Hinsbecker Friedenspark um zwei weitere bedeutende Erinnerungsorte ergänzt. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher kamen zu diesem besonderen Anlass in Hinsbeck. Die Veranstaltung stand jedoch nicht nur im Zeichen der deutschen Nachkriegsgeschichte, sondern zugleich unter dem Eindruck der Terroranschläge in den USA.
Ehrengast war Jürgen Rüttgers, damals Vorsitzender der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag. In seiner Ansprache betonte er die Solidarität mit den Vereinigten Staaten und sprach sich dafür aus, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Zugleich mahnte er mit den Worten des Evangelisten Matthäus „Tuet Gutes jenen die euch hassen. Liebet Eure Feinde“. Strafe dürfe nicht aus Rache entstehen. Frieden, Besonnenheit und Menschlichkeit sollten auch in schwierigen Zeiten Maßstab politischen Handelns bleiben.
Eine besondere und bewegende Rolle spielte die katholische Grundschule Hinsbeck. Mit Liedern, Texten und einem Dialogbeitrag setzten die Kinder ein Zeichen für Hoffnung, Frieden und Versöhnung. Gerade vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage bekam dieser Beitrag eine besondere Tiefe. Die Botschaft war klar: Nicht Krieg, sondern Frieden und Verständigung müssen das Ziel sein. Diese Gedanken griff auch Rüttgers auf und stellte sie in einen Zusammenhang mit dem politischen Erbe der Bundeskanzler der Bonner Republik.
In seiner Würdigung erinnerte er an Konrad Adenauer, dessen Büste bereits seit 1988 im Friedenspark steht. Ludwig Erhard beschrieb er als den Kanzler, der Deutschland nach schwierigen Jahren in eine neue Normalität führte. Kurt Georg Kiesinger würdigte er als eine Figur des Übergangs, die deutlich machte, dass demokratischer Wandel und Machtwechsel selbstverständlicher Teil einer lebendigen Demokratie sind.
Die Idee zu diesem Ort des Erinnerns geht auf Hans Kohnen zurück. Sein Anliegen war es, den Bundeskanzlern der Bonner Republik im Rheinland ein würdiges Denkmal zu setzen und zugleich kommenden Generationen Geschichte, Demokratie und Friedensverantwortung nahezubringen. Mit den neuen Büsten wuchs der Friedenspark weiter zu einem Ort heran, der Erinnerung, Kunst und politische Bildung auf besondere Weise miteinander verbindet.
Heinrich Ophoves beendete gestern Morgen die Feier: Er hoffe, dass in den nächsten Jahren auch die Büsten der weiteren Bonner Kanzler den Hinsbecker Friedenspark vervollständigen: Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl.







